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Region: Mosel

Bevor die Mosel in Deutschland ankommt ist sie bereits durch Frankreich und Luxemburg geflossen. Auch in diesen Ländern säumen Weinberge ihren Weg. Hier im viertgrössten Anbaugebiet Deutschlands (2005: ca. 12.000 Hektar) säumen schräg abfallende Rebenzeilen auf kleinen Terrassen und schroffen Hängen, hoch über der Talsohle fast ununterbrochen den Lauf des Flusses. Mitunter reichen die Rebhügel dort, wo an einer Flusskrümmung das Ufer direkt nach Süden zeigt, vom Wasserrand bis auf die Hügelkuppen in eine Höhe von hundertachtzig bis zweihundert Metern.

Noch immer sind Mosel-Saar-Ruwer das weltweit grösste zusammenhängende Riesling-Anbaugebiet. Das Terroir gründet zum grössten Teil auf grauem Schiefer. Er ist mager und macht eigentlich einen unfruchtbaren Eindruck. Aber der Riesling, der heute noch mit etwas über 50 Prozent die dominierende Rebsorte ist, gedeiht darauf gut. Denn das Regenwasser kann durch den leichten Schieferboden gut durchsickern, was in der Folge dazu führt, dass der Schiefer fest an seinem Platz bleibt.

Das Moseltal zeigt sich von seiner ein-drucksvollsten Seite. Nicht nur wegen seiner landschaftlichen Reize, sondern wegen seiner charakteristischen Weine. Feinfruchtige, trockene, liebliche oder edelsüsse Kreszenzen sind die Markenzeichen dieser weltweit bekannten deutschen Weinregion. Die Bewirtschaftung der Rebhänge erfordert einen, bis zu zehnfachen Aufwand gegenüber Flachlagen. Dennoch ist das Preisgefüge, bis auf ganz wenige Ausnahmen, im Verhältnis zu den anderen deutschen Weingebieten als niedrig zu bezeichnen. Die durchschnittlichen Hektarerträge liegen bei 120 Hektolitern und sind die dritthöchsten. Insgesamt werden im Weinanbaugebiet etwa 1,2 Millionen Hektokliter Wein erzeugt. 95 Prozent davon sind Weissweine.

Der Oberlauf der Saar liegt fast auf gleicher Höhe wie das südliche Rheinhessen oder die nördliche Pfalz. Man sagt, die Saarweine seien die besten Moselweine überhaupt. Da sie in einem der kältesten Weinbaugebiete der Welt erzeugt werden, sind sie oft herb und wirken grün. Doch in guten Jahren erreichen diese Weine Weltniveau.

So zum Beispiel die Weine vom Wiltinger Scharzhofberg. Seine Exposition ist nach Süden ausgerichtet und besteht aus Schiefer-Verwitterungsböden aus dem Devon-Zeitalter. Extreme Temperaturschwankungen, uralte, zum Teil noch wurzelechte Rebstöcke ergeben, besonders in den höheren Prädikatsstufen, Weine von hinreissender Komplexität und Fülle.

Der obere Lauf der Ruwer liegt nur wenige Kilometer von dem der Saar entfernt. Dennoch unterscheiden sich die Weine beträchtlich. Sie zeigen, ob das Jahr nun gut oder schlecht war, betonten Fruchtcharakter. Besonders delikat bei den höheren Prädikaten. Bekannte Lagen sind unter anderen, Grünhäuser Abtsberg und das Kasler Nies`chen. Sie gedeihen auf Grau- und Rotschieferböden. Weltruf haben Erzeuger die Spitzenweine produzieren. Am bekanntesten ist wohl das Traditionsweingut Maxim Grünhaus.

Das Anbaugebiet ist weingesetzlich unterteilt in die Bereiche Obermosel, Saar, Ruwertal, Bernkastel und Zell/Mosel an der Untermosel. Die gesamte Lange beträgt 245 Kilometer, wobei die Luftlinie nur ganze 150 Kilometer fasst. Südwestlich von Trier beginnt das genau bestimmte (b.A.) Anbaugebiet und reicht bis nach Koblenz. 19 Grosslagen und 500 Einzellagen sind ausgewiesen.
Im Gegensatz zu den anderen Bereichen wird an der Obermosel überwiegend Elbling angebaut, der hier Kleinberger bzw. Kleinburger heisst. Andere Sorten sind natürlich hier auch zu finden. Aber der Elbling ist ?Brot- und Butterwein? der meist kleinen Weingüter und bringt in der Regel einfache Weine in die Flasche.

An der Saar nehmen, so wie eigentlich im gesamten Anbaugebiet, die Entwicklungen auch ihren negativen Verlauf. Immer mehr Steillagen werden aus betriebswirtschaftlichen Gründen aufgegeben. Ein wahres Dilemma. Sind diese Lagen doch immer die besten für die Erzeugung hochwertigster Weine gewesen. Sie haben den guten Ruf der Saarweine begründet.

Die Ruwer ist ein kleiner Fluss aus dem Hunsrück, der am nordöstlichen Stadtrand von Trier in die Mosel mündet. Das Ruwertal umfasst nur etwa 400 Hektar.

Wobei auch in diesem Bereich die bewirtschafteten Flächen zurückgehen. Man sagt, dass die Ruwerweine weicher, leichter und delikater als die Saarweine sind. Sie enthalten auch weniger Alkohol. Um wirklich voll auszureifen brauchen sie einen heissen Sommer. Dann allerdings, so wird behauptet, seien sie nicht nur die besten Moselweine sondern die besten Weissweine der Welt. Am Jahrgang 1964 liesse sich das festmachen. Ebenso werden die Jahre 1994 und 2003 angeführt.

Der wichtigste Weinort an der Mittelmosel ist Bernkastel. Nicht nur wegen seiner touristischen Attraktionen, sondern auch wegen seiner Führungsrolle im Bemühen um die allgemeine Verbesserung der Weinqualitäten an der Mosel. Mehr als 7.000 Hektar Weinberge sind bestockt. Bekannte und weltweit berühmte Lagen sind hier zu finden. Viele Winzer haben sich unter dem Druck des Marktes und der Konkurrenz aus den anderen deutschen Weinbaugebieten besonnen und ihr Terroirpotenzial neu geordnet. Wichtigstes Kriterium ist zunächst die Reduzierung der Hektarerträge. Gleichzeitig wird mehr Wert auf die Erzeugung von Prädikatsweinen gelegt, was zu hervorragenden Ergebnissen geführt hat. Das die Möglichkeiten, absolute Spitzenweine an der Mittelmosel zu produzieren schon immer gegeben war beweist, dass die deutschlandweit teuerste Weinlage, sicher auch weltweit, die Lage Bernkasteler Doctor ist. Hier werden Weine von grosser Eleganz und Dichte kreiert. Nicht unerwähnt soll die berühmte ?Sonnenuhr? bleiben. Diese Lage teilen sich die Orte Wehlen und Zeltingen.

Zell/Mosel an der Untermosel, bekannter unter dem regionalen Begriff ?Terrassenmosel? bringt runde, weniger säurebetonte Weine hervor. Einmal wird dies befördert durch die perfekte Ausrichtung der Terrassen nach Süden und der hier schon sehr breite Fluss, der durch seine Wasserfläche für ein milderes Klima sorgt. Das stressige Terroir fordert von den Reben Höchstleistungen. Wenn jetzt noch die Winzer diese Basis in ihren Kellern sorgsam und überlegt ausbauen, steht einer erfolgreichen Vermarktung von Mittelmoselweinen nichts mehr im Weg. Ein Anfang hat die Vereinigung ?Terassenmosel? gemacht.

500 Winzer und Gastronomen haben sich zusammengeschlossen und vermarkten ihre Weine im Rahmen von kulturellen und kulinarischen Veranstaltungen.

Die Geschichte des Weinbaus an der Mosel reicht bis in die Römerzeit zurück. Bekannt ist, dass die ersten Weinberge von den Statthaltern der römischen Kaiser in der Nähe von Trier angelegt worden sind. Man könnte fast sagen, das Mittelalter war seiner Zeit weit voraus. Denn ein Grossteil der Flächen war damals mit dem roten Spätburgunder bestockt. Gab es einen ?Rotweinboom?? Geschichte scheint sich auch hier zu wiederholen. Erst im 17. und 18. Jahrhundert sind die roten Stöcke vom Riesling abgelöst worden.

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