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Region: Andalusien

Geschichte:
1100 vor Christus ließen sich die Phönizier ? und mit ihnen der Weinbau ? in dem heutigen Gebiet um die Städte Jerez de la Frontera, Sanlúcar de Barrameda und El Puerto de Santa Maria nieder und gründeten die Stadt Xera, die von den Römern in Ceret und später (700 v. Chr.) von den Arabern in das mohammedanische Sherrish umbenannt wurde. Die Spanier übernahmen den arabischen Begriff und nannten die Stadt Xérés. Darauf änderte sich der Name Xerez, und seit etwa 125 Jahren heißt die Stadt Jerez (Chärreß ausgesprochen). Jerez de la Frontera, die Stadt an der Grenze ? im Mittelalter bis zur endgültigen Vertreibung der Mauren lag sie an der Grenze zwischen Christentum und Islam ? beheimatet heute über 200.00 Einwohner.

Geographie:
Geographisch gesehen liegt das Weinanbaugebiet, in dem der Sherry hergestellt wird, im Nordosten der Provinz Cádiz und ist die südliche Verlängerung der andalusischen Hochebene. Die Städte Jerez de la Frontera, Sanlúcar de Barrameda und El Puerto de Santa Maria bilden ein Dreieck ? hier befindet sich das Herz des Sherryanbaugebietes. Im Westen werden sie vom Atlantik, im Norden und Osten von den Flüssen Guadalquivir und Guadalete gesäumt.
In diesem Dreieck herrschen mikro- und makroklimatische Verhältnisse, wie sonst in keiner anderen Gegend der Erde. Bei einem Jahresdurchschnittsniederschlag von ca. 640 mm und einer Jahresdurchschnittstemperatur von 17°C ist diese Gegend Südwestspaniens als sehr trocken einzustufen, zumal sich die Niederschläge nicht über das Jahr verteilen, sondern eher saisonal (Oktober bis März) fallen; die Sonne scheint hier 295 Tage im Jahr. Künstliche Bewässerung ist im Sherrygebiet verboten. Von großer Bedeutung für die Sherry-Region sind die beiden Winde Levante und Poniente, die im ständigen Wechsel auftreten und so die Weinberge kontinuierliche mit Feuchtigkeit versorgen, ohne dass jedoch eine große Gefahr durch Pilz-Krankheiten entsteht, die sich ja bekanntlich bei Feuchtigkeit und Nässe sehr schnell ausbreiten. Der vom Atlantik, also von Westen kommende Poniente bringt feuchte, kühle Meeresluft in das Landesinnere, der von Osten, vom Mittelmeer wehende trockene, heiße Levante sorgt für das "Abtrocknen" der Weinberge.

Weine & Rebsorten:
Im Sherry-Gebiet werden im Wesentlichen 3 Rebsorten angebaut. 95% der Rebfläche ist mit Palomino bestockt, die restlichen 5% teilen sich Pedro Ximénez und Moscatel (die wenigen regionalen Rebsorten haben hier nur einen unbedeutenden Anteil und seien an dieser Stelle vernachlässigt).
Palomino

Die weiße Palomino-Rebe trägt an verschiedenen Orten verschiedene Namen: Palomino de Jerez in der Gegend um Jerez, Palomino Fino in Puerto de Santa Maria und Palomino Listan in Sanclúcar de Barrameda. Sie sind die klassischen Rebsorten, aus denen Sherry hergestellt wird. Bei der Palomino-Rebe handelt es sich um grünlich-gelbe bis goldgelbe Beeren mit einer dünnen Beerenhaut. Die Traube selbst ist groß und rund. Der Wein, der aus ihr entsteht, ist weiß und trocken, hat wenig Säure und enthält ca. 12% Vol. Alkohol. Die Vegetationsdichte ist relativ gering, der Ertrag liegt bei 80 hl je Hektar. Zum Vergleich: In Deutschland ist der Ertrag ca. 150 hl je Hektar.

Galerie

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