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Region: Ahr

Der Rotweinanteil an der Ahr ist, gegenüber allen anderen deutschen Weinregionen, am höchsten. Weit über 80 % der Weinberge sind mit Rotweinreben bestockt. Der Spätburgunder dominiert. Weissweine sind überwiegend Riesling und Müller Thurgau.

Das etwa 500 Hektar steile Rebflächen umfassende Ahrtal gehört zu den kleinsten Weinregionen in Deutschland. Es ist ungefähr 30 Kilometer lang und erstreckt sich von Altenahr bis Heimersheim. Seine nördliche Lage macht die Region zu einem der klimatisch sensibelsten Anbaugebiete der Erde.

Basaltkegel und viel ruhige Landschaft im unteren Ahrtal gehen, mit Böden, Felsen und den zahlreichen Weinbergsbegrenzungen aus dunkler Schiefer und Grauwacke, in das zerklüftete mittlere Ahrtal über. Durch die Südausrichtung der Weinberge wird viel Sonnenwärme im Terroir gespeichert, die nachts an die Rebstöcke abgegeben wird. Das ist mit ein Grund, warum sich im Ahrtal ein Kleinklima mit ungewöhnlich hohen Durchschnittstemperaturen pro Jahr entwickeln kann.

Es wird an der Ahr, als Grosslage, nur der Klosterberg verzeichnet. Bei den Einzellagen werden oft grosse qualitative Unterschiede festgestellt. Einigen Winzer gelingt es aber, gerade in den letzten Jahren immer häufiger, durch hochwertig produzierte Weine aufzufallen. Auch die Winzergenossenschaften an der Ahr zeigen hier deutlich Flagge. Dabei gehören, besonders die edlen Frühburgunderweine zu den besten in Deutschland.

Ganz allgemein ist das Niveau in den letzten Jahren permanent gesteigert worden. Ahrwinzer bringen es fertig, selbst problematische Jahrgänge in Spitzenrotweine zu verwandeln. Möglich ist dies auch nur deshalb, weil man sich konsequent auf diesen Teil der Weinproduktionen konzentriert hat.

Anfang der 1990er Jahre begann dieses Qualitätsstreben. Auch unterstützt vom beginnenden und immer noch anhaltendem Rotweinboom in Deutschland. Das führt aber auch dazu, dass viele Winzer oft ausverkauft sind.
Einige aufstrebende und verantwortungsvolle Winzer begannen in ihren Weinbergen Ordnung zu schaffen. Sie bereinigten das Terroir von verschiedenartigen Klonen und passten die Erziehungsarten an die neuen Bedingungen an. Ausgedünnt wird jetzt bis auf maximal 10 bis 12 Trauben am Stock. Danach folgt die strenge Beurteilung der besten Trauben. Dieses ausgesuchte und gesunde Lesematerial wird schliesslich mehrmals selektioniert. Mit bis zu vier Lesedurchgängen im Herbst. Weitere qualitativ relevante Massnahmen sind Ertragbegrenzungen auf 30 bis 50 Hektoliter pro Hektar.

Die Beispiele machen Schule. Viele andere Ahrwinzer haben die Zeichen der Zeit erkannt und sich an den Erfolgen ihrer Vorbilder orientiert.

Investitionen in die Verbesserung der Kellertechnik und mehr Maischegärung bringen immer mehr farbkräftige und saubere Weine. Erfreulich ist, dass Ahrwinzer die Errungenschaften der modernen Weinbereitungstechniken zurückhaltend einsetzen und sich den klassischen Weinbereitungsmethoden traditionell verpflichtet fühlen.

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